Musicals & Musikfilme : Keine Lieder über Liebe

Keine Lieder über Liebe

EUR 4,45


Warner Home Keine Lieder über Liebe, USK/FSK: 6+ VÃ-Datum: 19.05.06


Zwischen Brüdern. - Markus hat bereits früh das Elternhaus verlassen. Als der Vater die Familie verließ und die Mutter sich nicht so recht um Florian kümmerte, war Markus zur stelle und nahm seinen jüngeren Bruder mit. Nun ist Florian ein junger Filmemacher und Markus hat seine eigene Band. Seit dem letzten Besuch ist ein Jahr vergangen und Florian quält der Gedanke, dass Markus damals seiner Freundin Ellen zu nahe kam. Er entschließt sich eine Film über die jüngste Tournee seines Bruders zu machen. Der stimmt nur widerwillig zu. Es beginnen aufreibende Wochen, die an Stress zunehmen, als Ellen auftaucht und die Band wie Florian begleitet. Die Folge sind heftige Dialoge und eine Aussprache zwischen Brüdern.Die Handlung ist einfach gestrickt und der Film wirkt erfrischend authentisch. Zwischen den Deutschlandstationen arbeitet das Brüderpaar seine Beziehung auf. Beide erkennen, was sie aneinander haben. Eine Perle jenseits des Mainstreams.

Scheitern auf hohem Niveau - Markus ( J.Vogel ) startet eine Tour mit seiner Band. Sein Bruder Tobias ( F.Lukas ) Ich bin Regisseur, also, ich will einer sein.möchte einen Tour-Film drehen. Nicht ohne Hintergedanken. Er hat den Verdacht, dass seine Freundin Ellen ( H.Makatsch ) - sie begleitet die beiden auf der Tour - ihn vor einem Jahr ( ! ) mit Markus betrogen hat. So weit, so schlecht. Stilistisch ansprechend - Wackelkamera / halbdokumentarisch / improvisierte Dialoge - gedreht, gewinnt man nach einigen Sprechstellen doch den Eindruck, dass Stilelemente allein noch keinen guten Film herbeizaubern, mehr noch, dass ein Scheitern bei L.Kraumes 97min-Streifen ( D 05 ) nicht in Abrede gestellt werden kann. Es soll um Liebe, Vertrauen und Verrat gehen. Was zu beobachten ist, sind drei Mit/Enddreißiger (Jg. 68, 71 und 73), die sich allen Ernstes über Knutschereien unterhalten, respektive darüber - und über den tatsächlichen Seitensprung - streiten, etwas, was Normalsterbliche doch zehn Jahre zuvor abgelegt haben sollten !? Sind die Dialoge in anderen stilbildenden Streifen - etwa Dresens Halbe Treppe - kurz und authentisch, so wirken die hier - gewollt ( ?! ) - langen Improvisationen banal, manchmal peinlich - Ich finde das alles zu simplifiziert. -, insgesamt für das tatsächliche Alter der Protagonisten abwegig.Warum diese Scheibe doch erstehen, oder anders gesagt, warum habe ich es geschafft, den Film nicht vorzeitig abzustellen ( was selten bis nie vorkommt ) ?Die DVD ist dann interessant, wenn manVogel-Liebhaber ( -Sammler ) ist [für Einsteiger sei wärmstens Kleine Haie empfohlen, F.Lukas brilliert quasi als F.Lukas in Absolute Giganten ],auf eingängige dt. U-Musik steht [die Hansen-Band besteht neben dem Frontmann Vogel u.a. aus Uhlmann von Tomte und Wiebusch von Kettcar ]oder ein Dokument der norddeutschen Tour-Auftritte in Händen halten möchte [Kling-Klang/WHV, Amadeus/OL, Tower/HB (100% W !!!), HH und B].

Gähn... - Um auf meine Vorrezensentin Bezug zu nehmen: bei der Abschlussklasse sind Kamera und Ton weniger anstrengend..Hm, ich war von dem Film ebenso enttäuscht. Anfangs hatte ich mir noch nicht gedacht, dass der Film seinen Dokumentarstil tatsächlich bis zum Ende durchhalten würde, sowas geht nämlich meistens nicht gut. Dafür bräuchte man eine wirlich interessante Story und außergewöhnliche Charaktere. Daran fehlt es allerdings in diesem Film. Die Story hält keine Überraschungen oder unvorhersehbare Wendungen bereit. Die Charaktere sollen halt authentisch wirken, aber sie wirken eher gewöhnlich. Das gewollt laienhafte, erscheint tatsächlich wie bei Big Brother abgeguckt (auf dem Bett sitzend, sich im Gefühlsausbruch die Haare raufend)..nee, das ist doch eher peinlich. Die Tour und die Gespräche reine Befindlichkeits- und Nabelschau. Mal ehrlich, sowas kann man tatsächlich in jeder Pilskneipe nach zwei drei halben Litern viel authentischer erleben. Die anderen Leute der Hansen-Band, deren Musik allerdings gar nicht so übel ist, dienen großteilig nur als Staffage für das Egodram der drei Protagonisten. Sie dürfen mal dämlich in die Kamera grinsen oder grummeln und das wars. Hu, hab ich mich streckenweise gelangweilt. Was mir persönlich dem Film zu zwei Sternen verhilft, ist die Tatsache, dass dort Originalschauplätze, die ich auch selber von vor nicht allzulanger Zeit her kenne, gezeigt werden. Auch einige echte Originale sind kurz zu sehen, z.B. der Mondscheinkamikaze - aber das ist ja weniger ein Verdienst des Films.. Sonst gähnende Ödnis, postpubertäre Bandfantasien, anstrengend in Bild und Ton, wenig Lustiges. Musik ist okay. Wie man erkennen kann, hatte ich echt mehr erwartet. Schade.

Abschlussklasse auf DVD - Puh, was soll ich sagen... Ich hab die ersten 25 Minuten wach ertragen. Dann hab ich mich anderen Dingen zugewandt, um nicht vor Gram oder Langeweile zu sterben...Was haben die Produzenten sich nur dabei gedacht?! Improvisieren ist eine hohe Kunst. Dogma auch. Dieser Film ist weder Dogma, noch hohe Kunst. Die Story ist langweilig, die Musik ist Geschmackssache (nun mal nicht meiner) und die Umsetzung nicht sehr prickelnd. Erinnert alles schon sehr stark an die PRO-7-Abschlussklasse. Kamera drauf und ab geht die Suffphilosophie a la: Ich glaube auch, dass wir alle Rollen spielen... Blabla... Gespickt mit fäkalsprachlichen Kraftausdrücken (jaja, sehr authentisch!). Oh mein Gott! Am besten fand ich Peter, Paul und Mary, die niedlichen Seehunde aus dem Wilhelmshavener Aquarium. Schönen Gruß an die drei drolligen Geschöpfe, die mir immerhin einen Stern wert waren!

Durchschnittlich! - Nettes Experiment, dem ich gern eine Chance gegeben habe. Doch das Dogma-Prinzip will hier nicht funktionieren...die Laien sind zu deutlich als solche zu erkennen und der Seelen-Striptease ist zu sehr gespielt, um zu überzeugen.Schwach!




Keine Lieder über Liebe